{"id":436,"date":"2021-06-11T13:55:59","date_gmt":"2021-06-11T11:55:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.katja.coach\/?p=436"},"modified":"2021-06-11T13:55:59","modified_gmt":"2021-06-11T11:55:59","slug":"routinen-sichere-haefen-in-stuermischen-zeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.katja.coach\/en\/selbstfuersorge\/routinen-sichere-haefen-in-stuermischen-zeiten\/","title":{"rendered":"Routinen:  Sichere H\u00e4fen in st\u00fcrmischen Zeiten"},"content":{"rendered":"<p>Die letzten Monate waren f\u00fcr mich wie st\u00fcrmische Zeiten auf hoher See. Mal befand ich mich auf der Welle und manchmal schon ein paar Minuten sp\u00e4ter im Wellental. Ich f\u00fchlte mich von meinen \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden getrieben und wenig in der Lage, diese in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Je mehr St\u00f6rfaktoren dazu kamen desto schwieriger und kr\u00e4ftezehrender wurde es. Meine m\u00fchsam aufgebauten Routinen waren schwerer und schwerer beizubehalten. Ich reagierte nur noch auf den Wind und die Wellen, die um mich tobten. Doch wann immer es mir gelang, zu meiner Routine zur\u00fcckzukehren, wurde es einfacher und ruhiger. Ich hatte meinen sicheren Hafen erreicht. Meistens gelang es mir auch, eine lange Zeit dort zu verweilen und nicht wieder vom Wetter zu weit aus meinem Hafen gelockt oder sogar getrieben zu werden. Die Ankunft im Hafen &#8211; also bei meiner jeweiligen Routine &#8211; war so angenehm, dass ich mich zuk\u00fcnftig auf hoher See, wenn ein Sturm aufkam, fr\u00fchzeitig an meinen Hafen erinnerte. Ich ben\u00f6tigte von Mal zu Mal weniger Energie, um zu meinem Hafen zur\u00fcckzukehren. Das Wissen um meine bekannten H\u00e4fen &#8211; also die etablierten Routinen &#8211; und neue H\u00e4fen &#8211; also jene Gewohnheiten, die ich noch nicht so routiniert verinnerlicht habe &#8211; gaben mir die Sicherheit, die ich brauchte, den Sturm vor\u00fcberziehen zu lassen.<\/p>\n<h3>Ein Beispiel aus meinem Arbeitsleben<\/h3>\n<p>Letztes Jahr im M\u00e4rz kam es sogar zu einem weltweiten Tsunami (japanisch w\u00f6rtlich &#8220;Welle im Hafen&#8221;). Viele sichere H\u00e4fen &#8211; also Alltags- und Arbeitsroutinen &#8211; wurden \u00fcberflutet, besch\u00e4digt oder sogar ganz zerst\u00f6rt. Einigen Menschen gelang es, ihre H\u00e4fen ganz alleine oder gemeinschaftlich wiederherzustellen. Andere H\u00e4fen wurden aufgegeben. Es entstanden auch viele neue H\u00e4fen. Wieder andere H\u00e4fen wurden renoviert oder umgestaltet. Mein Beispiel geh\u00f6rt in den Bereich Umgestaltung nach kurzer \u00dcberflutung.<\/p>\n<p>Wir sa\u00dfen bereits einige Tage oder sogar Wochen in unserem Hafen &#8211; hier ist das B\u00fcro gemeint &#8211; und trotzten dem Sturm &#8211; den Nachrichten rund um die Pandemie &#8211; schon eine ganze Weile. Doch dann kam der Tag, an dem uns der Sturm &#8220;Pandemie&#8221; aus unserem gemeinsamen Hafen &#8220;B\u00fcro&#8221; in unsere jeweiligen H\u00e4fen &#8220;Zuhause&#8221; gesp\u00fclt hatte. Da sa\u00dfen wir nun mit unseren eigenen Navigations- und Funkger\u00e4ten einsam oder mit unseren Familien. Wir probierten die teilweise neue unbekannte Technik aus und funkten uns fortan t\u00e4glich an, um uns miteinander zu verbinden. Doch die Kommunikation \u00fcber Funk ist einfach eine andere als von Angesicht zu Angesicht. Auch konnten wir schlechter gemeinsam &#8220;auf Sicht fahren oder segeln&#8221;, da die Aussicht in jedem Hafen und auf jedem Boot eine ganz andere war.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man ja auf die Idee kommen, in einer ganz neuen Situation ganz neue Routinen zu ben\u00f6tigen, da sich ja das Umfeld so drastisch ge\u00e4ndert hat. Doch das erste, das mir in den Kopf kam, war: &#8220;Solange es geht und sinnvoll ist, nutze gewohnte Routinen und Werkzeuge. Das wird uns etwas Sicherheit in dieser unsicheren und unbekannten Situation geben&#8221; <del>Gesagt<\/del> Gedacht &#8211; Getan!<\/p>\n<p>Den Gedanken &#8220;unwichtige&#8221; &#8211; viel mehr nicht so dringliche &#8211; Termine abzusagen, habe ich gleich verworfen. Stattdessen schenkte ich meine Aufmerksamkeit besonders den Serientermine &#8211; also dem Herzschlag unserer Arbeitsroutine. Ich stellte fest, dass gar nicht so viel Neues ben\u00f6tigt wird, um diese Termine per Funk und Navigation zu gestalten. Vielmehr nutzte ich Werkzeuge aus anderen bekannten Kontexten, um ein Gewohnheitsgef\u00fchl zu erzeugen. So f\u00fchrten wir die ersten Retrospektiven zwar per Funk daf\u00fcr aber mit dem bekannten Navigationswerkzeug &#8220;Trello&#8221; durch. Keiner unserer Termine wurde gestrichen, nur weil wir jetzt in unterschiedlichen H\u00e4fen arbeiteten. Sobald auch die anf\u00e4nglichen St\u00f6rungen in der Funk-Kommunikation behoben und einige neue Kommunikationsroutinen etabliert wurden, waren wir nach ein paar Wochen wieder vollst\u00e4ndig im Fluss.<\/p>\n<p>Das Beispiel zeigt, wie hilfreich etablierte Routinen sein k\u00f6nnen, um auch in ungewohnten und unvorhersehbaren Situation wie einer Pandemie handlungsf\u00e4hig zu bleiben.<\/p>\n<h3>5 Tipps zum bewussten Einsatz eigener Routinen<\/h3>\n<ol>\n<li>Kenne deine Vorlieben und Abneigungen.<\/li>\n<li>Pflege deine Gewohnheiten &#8211; besonders jene, die dir Wohlbefinden und Sicherheit geben.<\/li>\n<li>Endecke deine unbewussten Gewohnheiten z.B. mit Hilfe eines Kalenders oder Tagebuchs, in dem du deine Aktivit\u00e4ten festh\u00e4ltst.<\/li>\n<li>Sammle Erfahrungen, indem du dir bekannte Routinen bewusst in einem neuen Kontext anwendest.<\/li>\n<li>Verwerfe alte Gewohnheiten, die dir nicht (mehr) gefallen oder weiterhelfen, und schaffe Platz f\u00fcr neue Gewohnheiten.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die letzten Monate waren f\u00fcr mich wie st\u00fcrmische Zeiten auf hoher See. 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